Dienstag, 6. September 2011 01:05

Kathedrale von Palma - La Seu

Die Kathedrale der Heiligen Maria in der spanischen Hafenstadt Palma, der Hauptstadt der Baleareninsel Mallorca wird im Volksmund oft einfach La Seu genannt, der katalanische Ausdruck bedeutet „der Bischofssitz“.


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Nach der Befreiung von der Maurenherrschaft begann König Jaume I. mit dem Bau auf dem Platz einer islamischen Moschee, die Grundsteinlegung erfolgte 1230. Unter Jaume II., dem Sohn des Eroberers, wurde ab 1306 von der Hauptapsis her der eigentliche Bau der Kathedrale begonnen. Sie sollte auch als Mausoleum für das mallorquinische Königshaus dienen; Jaume II. und III. sind hier begraben. Der Bau des Kirchenschiffs wurde 1587 abgeschlossen, das Hauptportal wurde 1601 geweiht. Die Arbeiten an der Hauptfassade begannen 1852 und wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts beendet.

Die Kathedrale ist 109,50 Meter lang und 33 Meter breit, das Hauptschiff misst 75,50 Meter in der Länge und 19,50 Meter in der Breite. Die beiden Seitenschiffe sind je 86 Meter lang und 10 Meter breit. Die 14 Pfeiler, auf denen das Gewölbe ruht, sind 30 Meter hoch, das Hauptschiff erreicht 44 Meter Höhe und die beiden Seitenschiffe je 30 Meter. Das Presbyterium mit dem Chor, auch Königskapelle genannt, hat eine Größe von 34 mal 16 Metern. Trotz fehlender "richtiger" Türme gehört die Kathedrale zu den wichtigsten Bauwerken gotischer Stilrichtung.

Das 1370 gebaute und 1599 verglaste Rundfenster hat einen Durchmesser von (wahrscheinlich) 12,55 Metern und wird aufgrund der Fensterfläche von 97,5 m² häufig als „größte gotische Rosette der Welt“ bezeichnet. Neben ihrer Größe fällt sie auch durch ihre Lage (Apsis) und die Form der Streben (Davidstern) aus dem Rahmen. Vom Durchmesser her wird sie allerdings von der Portalrosette des Straßburger Münsters (mit über 15 m) und wohl auch von den 1250 bzw. 1260 erbauten Rosetten an der Nord- und Südfront der Notre-Dame in Paris (jeweils 12,90 m) übertroffen. In der Kathedrale von Palma befinden sich fünf weitere Rosetten (mit Maßwerk im franko-flämischen Stil) sowie 60 künstlerisch gestaltete Glasfenster.


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Seit dem Mittelalter haben viele Baustile ihre Spuren in der Kathedrale hinterlassen. Zu Baubeginn folgte man gotischem Baustil in Reinform, wie er aus Katalonien und Südfrankreich bekannt ist. Eine verzierungsreichere Weiterentwicklung dieses Stils findet sich im Seitenportal, das dem Meer zugewandt ist. Das Almosen-Portal auf der Gegenseite folgte bereits dem ästhetischen Empfinden der Spätgotik. Die Renaissance mit ihrem für den hispanischen Raum typischen plateresken Stil und der Manierismus hielten im 16. Jahrhundert ihren Einzug. In vielen Altaraufsätzen der Seitenkapellen findet man auch Barockelemente, beispielsweise in den Kapellen Corpus Christi, Unbefleckte Empfängnis, Hl. Sebastian, Hl. Benedikt oder auch der des Hl. Martin. Der Klassizismus ist die prägende Stilrichtung der Taufkapelle und des Mausoleums des Grafen von Romana.

Auch der berühmte Architekt Antoni Gaudí steuerte durch seine Restaurierungs- und Dekorationsarbeiten in den Jahren 1904 bis 1914 auf Initiative des Bischofs Campins seine Kunst im Stil des katalanischen Modernisme (Jugendstilrichtung) bei. Gaudí nahm auch einschneidende bauliche Veränderungen vor: der Chorraum wurde aus der Mitte des Kirchenschiffs verlegt und in die Königskapelle eingegliedert; der Stuhl des Bischofs wurde erneuert und die Gläubigen erhielten freien Blick auf den Hochaltar.

Als Beitrag des 21. Jahrhunderts hat der 1957 geborene mallorquinische Künstler Miquel Barceló die Kapelle des Allerheiligsten im rechten Seitenschiff neugestaltet, unter anderem hängt hier sein Werk über die Wundersame Vermehrung von Brot und Fisch.

Die große Orgel ist das Werk des Mallorquiners Gabriel Tomás aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Sie wurde zuletzt 1993 restauriert.

In zwei Kapitelsälen und im Erdgeschoss des Glockenturms ist seit 1932 das Museum der Kathedrale untergebracht.

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Sonntag, 21. August 2011 02:53

Amphitheater Pula

Das römische Amphitheater in Pula (Kroatien) ist mit einer Kapazität von 23.000 Besuchern das sechstgrößte seiner Art. Erbaut wurde dieses Amphitheater in den Jahren 2 v. Chr. bis 14 n. Chr. unter Kaiser Augustus. Kaiser Vespasian (69-79 n. Chr.), der Auftraggeber des Kolosseums in Rom, ließ das Oval auf seine heutige Größe von 132 mal 105 Metern erweitern. Wie die Legende erzählt, wollte er damit seiner aus Pula stammenden Geliebten einen Wunsch erfüllen. Das Amphitheater bestand aus zwei übereinander angeordneten Arkadenreihen mit 72 Bögen aus weißem Kalkstein. Das Obergeschoss ist von 64 rechteckigen Fensternischen durchbrochen. Das Gebäude erreichte meerseitig eine Höhe von 32,45 Metern. Da sich der Bau im Osten an einen Hügel lehnt, ist die Außenfassade dort wesentlich niedriger und in der unteren Bogenreihe sind 32 Bögen als Anpassung an das Gelände teilweise oder ganz weggelassen worden. Im Inneren folgten die Sitzreihen der Hanglage. In der Antike diente die Arena für Gladiatorenkämpfe und zeitweise sogar für die Darstellung von Seeschlachten (Naumachien).


In der jüngeren Vergangenheit war das Amphitheater Austragungsort des Festivals Film, 1993 wurde es vom Pula Festival und den Kulturevents des Histria Festivals abgelöst: für Opern, Konzerte, Theater und Film ist die geschichtsträchtige Arena mit ihrer brillanten Akustik ein idealer Platz. Weltstars wie Sting, Julio Iglesias, Luciano Pavarotti, Elton John, Zucchero, Anastacia, Norah Jones, Alanis Morissette und viele andere begeisterten hier ihre Zuhörer. Zudem diente das Bauwerk im 1962 entstandenen italienischen Sandalenfilm Einer gegen Rom (Solo contro Roma) mit teils vollständig mit Statisten besetzten Rängen als Drehort für diejenigen Szenen, die Gladiatorenkämpfe zum Inhalt hatten.

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Freitag, 12. August 2011 08:29

Schiefer Turm von Pisa

Der Schiefe Turm von Pisa ist das berühmteste schrägstehende Gebäude der Welt und befindet sich in Pisa in Italien. Ursprüngliche war er als freistehender Glockenturm für den Dom in Pisa geplant. Er hat eine Höhe von 54 m und besitzt sieben Glocken. Die Einsturzgefahr des Turms wird von Jahr zu Jahr größer, weshalb auch die Glocken lange Zeit nicht läuten durften. Von der UNESCO wurden der Schiefe Turm sowie die benachbarte Kathedrale, das Baptisterium und der angrenzende Friedhof längst zum Weltkulturerbe erklärt.


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Pisa ist eine Stadt, die die italienische Kunst in vielerlei Hinsicht zeigt. Neben dem Schiefen Turm, der ein beliebtes Reiseziel für Touristen ist, befinden sich verwinkelte Gassen, Bars und Restaurants.

Am 9. August 1173 begann Bonanno Pisano mit dem Bau des Turmes, der jedoch wenige Jahre später wegen eines Grundbruchs abgebrochen werden musste, durch den der Turm bereits eine Schräglage in östlicher Richtung. Bis dahin waren gerade mal drei Stockwerke fertiggestellt.

Um die Schieflage auszugleichen, wurden die nächsten vier Stockwerke nach rund 100 Jahren Baustopp schräg gebaut, wobei der Bau danach nochmals unterbrochen werden musste, bis 1372 auch endlich die Glockenstube beendet war.

Aufgrund des Gewichts des Turmes verformt sich der Untergrund, auf dem er steht. Wahrscheinlich würde der Turm irgendwann in sich zusammenstürzen, da das Innere der Ringmauern nicht aus behauenen Quadern, sondern aus schlecht vermörtelten Bruchsteinen besteht, die wenig Druck aufnehmen können. Das Mauerwerk würde dann wohl im unteren Turmteil in der Neigungsrichtung zerbersten.


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Ab 1990 wird erstmalig über eine Rettung des Turmes nachgedacht, für die der Professor Michele Jamiolkowski beauftragt wurde. 1994 wurden Bleibarren als Gegengewicht an der Nordseite des Turmes deponiert, die allerdings nicht ausreichten, so dass 1995 40 m tiefe Erdanker die Bleibarren unterstützen sollten. 1998 werden sogar 2 Stahlseilpaare im 3, Turmgeschiss an der inneren Mauer befestigt, um die Neigungsrichtung zu entlasten. Die beste Lösung für das Problem gibt es jedoch erst 1999, als dem Untergrund des Turms erstmalig Erdmaterial entnommen wird, wodurch im Mai 1999 bereits 16 mm Aufrichtung erzielt werden konnte.

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1000 Weltwunder

Was die Zahl ihrer Weltwunder anging, gab sich die Antike bescheiden. Ganze sieben waren der Alten Welt bekannt. Über die alten Schätze der Menschheit hinaus haben sich über Jahrtausende hinweg immer neue Reichtümer angesammelt. Auf diesem Blog soll ein möglichst vielseitiges Bild von den Schätzen dieser Erde vermittelt werden.

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