Montag, 12. April 2010 03:45

Tower Bridge

Die in London über die Themse erbaute Tower Bridge hat eine Länge von 244 m und wurde 1894 durch den damaligen Fürsten von Wales, dem späteren König Eduard VII., und dessen Ehefrau Alexandra von Dänemark eröffnet. Sie besitzt zwei Brückentürme, die die City of London auf der Nordseite mit dem südlichen Stadtteil Southwark im Stadtbesitz London Borough of Southwark. Beide Türme haben eine Höhe von 65 m und beherbergen über das ganze Jahr verteilt Ausstellungen über die Sehenswürdigkeiten entlang der Themse und vor allem über die Geschichte der Tower Bridge.



Da wegen des stetig anwachsenden Verkehrs in den Hafengebieten im East End ein Flussübergang, der jedoch nicht traditionell fest sein sollte, nötig war, wurden Vorschläge für den Bau der Tower Bridge gesucht. Ein 1876 gegründetes Komitee suchte nach einer Lösung des Problems, so dass ein öffentlicher Wettbewerb veranstaltet wurde, bei dem über 50 Vorschläge eingereicht wurden. Letztendlich wurde jedoch der Vorschlag vom Stadtbaumeister der City of London, Horace Jones (selbst Jurymitglied), 1884 genehmigt, jedoch erst 1886 umgesetzt.



Da es sich bei der Tower Bridge um eine Klappbrücke handelt, wird diese oft von Schiffen passiert, so dass die beiden jeweils etwa 40 m langen Brückenteile angehoben werden. Dies geschieht durch ein elektrisches System, das die Brückenteile binnen eineinhalb Minuten hochzieht. Selten werden diese sogar auf bis zu 83° angehoben, sobald Kreuzfahrtschiffe die Brücke passieren.



Obwohl selbst die Hauptstraße, die A 100, über die Brücke verläuft, so ist diese nicht nur für Autos und Busse passierbar, sondern natürlich auch für Fußgänger. Für diese gibt es extra überdachte Fußgängerbrücken, von denen aus man die Themse und die Stadt überblicken kann. Diese wurden jedoch erst 1982 wieder für die Öffentlichkeit freigegeben, da sie 1910 aufgrund von Prostituierten und Taschendieben geschlossen werden mussten.

Die Brücke ist ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen, so dass der Schiffsverkehr immer mehr in Vergessenheit gerät. Nur noch etwa 1000 Mal im Jahr werden die Brückenteile für Schiffe hochgezogen.
Dennoch steht der Auto- und Fußgängerverkehr immer noch im Hintergrund, da die Brücke nun mal ein wichtiger Faktor für den Schiffsverkehr ist. Touristische Schiffe, die klein genug sind, fahren normalerweise immer unter der geschlossenen Brücke hindurch. Nur bei speziellen Zeremonien und Kleinschiffen wird die Brücke geöffnet, um eine besondere Ehre auszudrücken.

Da Tower Bridge und London Bridge nicht unweit voneinander entfernt sind, werden beide Brücken gerne verwechselt. Durch den am Nordufer stehenden Tower of London erhielt die Tower Bridge ihren Namen.

Montag, 23. November 2009 05:33

Nationalpark Thingvellir

Die Menschen leben in Island allein mit dem Vorbehalt der Geologie. Das Land am Polarkreis war in der Eiszeit vollkommen vergletschert. Heute bedecken die Gletscher noch mehr als zehn Prozent der Oberfläche. In Island kann man den Urgewalten bei der Arbeit zuschauen. Flüsse und Seen prägen das Bild der Landschaft, Gestein zerbröselt, Vulkane brechen aus, Wasserfälle springen aus den Bergen. Im Nationalpark Thingvellir, trifft Islands Geschichte auf die Geologie. Hier treffen die eurasische und die nordamerikanische Erdplatten aufeinander.



Die „Grenze“ zwischen beiden Kontinenten ist eine fünf bis sechs Kilometer breite Zone, durchzogen von mehr oder weniger parallelen Klüften. Und hier wurde auch der Grundstein für die Republik Island gelegt. Die ersten Siedler kamen aus Norwegen und ließen sich um 870 nieder. Die Bevölkerungszahl wuchs rasch. Bald wurde der Ruf nach einem gemeinsamen Thing, einer Volksversammlung, laut. 930 trat im heutigen Thingvellir das erste gemeinsame Parlament, das Althing zusammen und markiert damit die Gründung des isländischen Staates. „Es wird eng auf dem Thing“, so ein isländisches Sprichwort. Bis zu 4.000 Menschen versammelten sich zu einem Althing. Hier wurden Streitereien geschlichtet und Gesetze beschlossen. Sitz und Stimme hatten die 48 Goden, Häuptlinge, Islands.



Der Althing verlor zunehmend seine Bedeutung nachdem Island im 13. Jahrhundert seine Unabhängigkeit zuerst an Norwegen, später an Dänemark verlor. 1798 wurde das Parlament aufgelöst. Mit der Unabhängigkeitsbewegung im Europa des 19. Jahrhunderts wurde auch Thingvellir wieder zu einem Symbol. 1843 verkündete der dänische König Christian VIII. per Erlass die Wiedereinführung eines isländischen Parlaments. Dieses tritt in Reykjavik zusammen und hatte ausschließlich beratende Funktion. 1848 versammelten sich 19 Abgeordnete in Thingvellir und forderten ein eigenes Parlament mit allen Rechten. Seine volle Unabhängigkeit erreichte Island erst 1944 in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Die Feier fand in Thingvellir statt.



Dienstag, 17. November 2009 00:51

Tulou Rundhäuser in Fujian

Würden sie unachtsam mit dem Feuer spielen, würde der Großteil der Dorfbevölkerung im Inneren ihres Hauses grausam verbrennen. Es gibt nur ein einziges Tor nach draußen – für bis zu achthundert Menschen. Eine gefährliche Falle und gleichzeitig eine schützende Trutzburg gegen Feinde von außen – die Tulou. Die Lehmrundbauten des Volkes der Hakka in Südost China bieten Lebensraum für mehrere Hundert Menschen. Kreisrund, bis zu fünf Stockwerke hoch, mit einem Durchmesser von über 100 Metern, kreist die Gruppen - Wohnanlage um einen runden Innenhof. Ein einziges Haus - ein ganzes Dorf.



Keine Fenster nach außen, meterdicke Lehmarchitektur verschließt die Dorfgemeinschaft gegen Angriffe potentieller Feind. Die einzige Tür in das Innere des Gebäudes kann hermetisch verschlossen werden. Mehrere Monate können die Bewohner so mit Vorräten und eigenem Brunnen feindliche Belagerungen überstehen.

Tulou sind die Häuser der Hakka, eines chinesischen Volksstammes, der ursprünglich aus dem Norden kam. Gewaltsam vertrieben hat sich das Volk ab dem 12. Jahrhundert in der südchinesischen Provinz Fujian niedergelassen und im 17. und 18. Jahrhundert seine kulturelle Blüte entwickelt.



Es gibt keine vergleichbare Architektur auf der Erde. Ob als monumentale Einzelbauten oder in komponierten Ensembles prägen die defensiven Rundhäuser nach außen selbstbewusst majestätisch die Landschaft Südchinas. Die Lehmrundbauten Fujians funktionieren als Herzen der Hakka Kultur.

Powered By Blogger
Blogger Templates

1000 Weltwunder

Was die Zahl ihrer Weltwunder anging, gab sich die Antike bescheiden. Ganze sieben waren der Alten Welt bekannt. Über die alten Schätze der Menschheit hinaus haben sich über Jahrtausende hinweg immer neue Reichtümer angesammelt. Auf diesem Blog soll ein möglichst vielseitiges Bild von den Schätzen dieser Erde vermittelt werden.
Add to Technorati Favorites Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Bloggeramt.de Blogverzeichnis Blog Verzeichnis Blog Directory

Die Beliebtesten Weltwunder